"Lichtphänomene" von Claudia Hinz und Wolfgang Hinz

"Lichtphänomene" von Claudia Hinz und Wolfgang Hinz, Oculum Verlag, 216 Seiten, 39,90 €

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Rezension von Bernd Eisert
(erschienen in DMG-Mitteilungen 01/2016 - Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Redaktion)

Die Autoren sind nicht unbekannt: So schafften es schon zahlreiche Fotos von Claudia Hinz in den Meteorologischen Kalender und in andere Publikationen. Neben ihrer Tätigkeit auf diversen Bergwetterwarten konnte Claudia Hinz unzählige meteorologische Momente fotografisch festhalten, die der Flachlandbewohner in dieser Form nicht oder nur höchst selten zu Gesicht bekommt. So verwundert es nicht, dass ein Großteil der Fotos in dem vor kurzem erschienenen Buch von den Autoren selbst stammt. Dabei stechen eine ganze Reihe von eindrucksvollen Aufnahmen ins Auge, die häufig großformatig abgedruckt sind. Vereinzelt sind zwar Bilder dabei, deren Bildrauschen bei der Wahl eines kleineren Formats weniger auffällig wäre, aber insgesamt lohnt sich ein Blick in das Buch schon allein wegen der Bebilderung. Es ist aber weit mehr als ein „Bilderbuch“, denn die einzelnen Kapitel bieten durchaus gehaltvollen Inhalt (Die Farben des Himmels; Licht und Schatten; Brockengespenst und Glorie; Luftspiegelungen; Regenbogen; Hof, Kränze und irisierende Wolken; Halo-Erscheinungen; Erscheinungen der höheren Atmosphäre; Anhang, u. a. mit Glossar). Für ein populärwissenschaftlich ausgerichtetes Buch wird sehr fundiert erläutert, ergänzt durch zahlreiche Grafiken. Dabei erfährt man Dinge, die so sonst in keinem vergleichbaren Buch stehen, wie beispielsweise Regenbögen höherer Ordnung (inklusive neuester Fotodokumente), Simulationen von Halo-Erscheinungen bei verschiedenen Sonnenhöhen oder eine Extraseite zu Statistiken der Haloaktivität. Beim Lesen spürt man, dass im Hintergrund jahrzehntelange Erfahrung vorhanden ist. Am Ende eines jeden Kapitels finden sich außerdem Tipps zur Beobachtung und Fotografie. Das erklärte Ziel des Buchs ist es, praxisorientiert zu sein und Interesse an den atmosphärischen Erscheinungen zu wecken, die auch in Mitteleuropa regelmäßig vorkommen. Dieses Ziel wird sicher erreicht. So bleibt nur an vereinzelten Stellen ein wenig zu mäkeln, wenn man mit der Lektoratsbrille liest. Zum Teil wäre es auch hilfreich, wenn bei der Vorstellung der Phänomene im Text auf das jeweils passende Foto verwiesen würde. Aber das ändert nichts daran, dass das Buch sowohl optisch als auch inhaltlich eine wahre Fundgrube ist.

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